Kubach-Kalk-Stollen



Mitte der neunziger Jahre führten Überlegungen dazu, den in Vergessenheit geratenen Kubach Kalk Stollen aufzuwältigen. Höhenberechnungen ergaben, das die Sohle der Schulerkluft im Bereich der Kubacher Höhle, sowie die Sohle des Kubach Kalk Stollens annähernd auf gleichem Niveau liegen. Die Endpunkte beider Hohlräume liegen ca. 95 m auseinander.
Ca. 30 m vom Endpunkt des Kubach Kalk Stollens befindet sich die Minox Höhle. Diese wurde in einem früheren Bohrprogramm entdeckt, und mit einer Spezialkamera fotografiert.
Auch dieser Hohlraum befindet sich auf annähernd gleichem Niveau. Da sich in den Jahren zuvor die Forschungstätigkeit im Bereich der Schulerkluft als immer schwieriger erwies,
entschloss sich der Verein, 1996, den Kubach Kalk Stollen aufzuwältigen, und in der zweiten Phase die vorgenannten Endpunkte mit einer neuen Strecke zu verbinden, und die Minoxhöhle anzubinden. In der Gesamtheit würde dieses Projekt eine einzigartige Synthese zwischen Bergbaugeschichte und Höhlenforschung ermöglichen, und an die Entdeckung der Polsterhöhle anknüpfen. Erstmals konnte unabhängig vom Schauhöhlenbetrieb ganzjährig Forschung betrieben werden, und das ohne den Schauhöhlenbetrieb zu beeinflussen. Technisch stellt das Projekt den Verein vor hohe Anforderungen.
Die zwangsläufige Mechanisierung löst allerdings auch die zuvor praktizierte händische Förderung von eingeschwemmten Lehmmassen in Hohlräumen ab. Die Gesamtstollenlänge der Grube Kubach Kalk beträgt 270m. Die ersten 30m waren verbrochen. Durch einen Einbruch von oben konnte der Stollen jedoch im Vorfeld befahren werden, und war auf eine Länge von ca. 100 m befahrbar im festen Felsgestein. So begann im Oktober 1996 die Aufwältigung der Grube Kubach Kalk. Von 1996 bis 2004 wurden 180 Streckenmeter aufgewältigt. Dabei wurden drei niedergegangene Schächte durchfahren. Ein Schacht davon wurde als Wetterschacht bis Übertage aufgehauen und gesichert. Der Grund hierfür war zum einen das Durchbrechen bis Übertage, und zum anderen die Entdeckung, dass dieser Schacht eine natürliche Höhlenkluft ist, und schon in damaliger Zeit von den Bergleuten genutzt wurde. In verschiedenen Fortsetzungen ergeben sich noch ungeahnte Forschungsmöglichkeiten. Am momentanen Endpunkt der Aufwältigungsarbeiten
konnte die zweite Höhle entdeckt werden. Sie wurde in damaliger Zeit, da durch Lehmmassen fast verfüllt, vom Bergbau einfach durchfahren und in Ihrer ganzen Dimension wahrscheinlich gar nicht bemerkt. Durch das Einbrechen der Grubenbaue im Laufe der letzten Jahrzehnte, öffneten sich für uns kleinere sichtbare Hohlräume, die nach einer teilweisen Räumung Ihre ganze Dimension Stück für Stück erkennen lassen. Im Grenzbereich Schalstein / Kalk offenbart sich ein Höhlenbereich , der noch einiges an Erwartungen offen lässt und im Bereich der Forschung viele Fragen aufwirft. Die Aufwältigungs- und Sicherungsarbeiten dauern bis heute an.